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NEWSKONG EXTENDED

Warum es in Deutschland keine Gratiszeitung gibt

Symbolfoto
Der Kölner Zeitungskrieg  und seine Folgen
In Deutschland gibt es jede Menge kostenlose Anzeigenblätter, die ein- oder zweimal pro Woche in unseren Briefkästen landen. Doch es existiert keine einzige Gratis-Tageszeitung wie in anderen Ländern. Woran liegt das?
Gratis- oder Pendlerzeitungen, wie man sie auch nennt, sind in vielen europäischen Ländern sehr beliebt und ein Erfolgsmodell. In Großbritannien gibt es die Metro und den Evening Standard, in Skandinavien, der Schweiz, Italien und Spanien die 20 Minuten, in Österreich Heute, in Frankreich die C-News.
Es handelt sich in allen Fällen um vollwertige Tageszeitungen, die sich ausschließlich über Werbung finanzieren und kostenlos an öffentlichen Orten wie zum Beispiel Bahnhöfen ausliegen. Die Auflagen der Gratis-Tageszeitungen sind inzwischen gewaltig. In England, Frankreich und der Schweiz haben sie längst die alten Platzhirsche überholt und weit hinter sich gelassen.
Da stellt sich natürlich die Frage: Warum gibt es in Deutschland keine Gratis-Tageszeitung? Warum setzt sich dieses Modell bei uns nicht durch?
Der Grund dafür dürfte der "Kölner Zeitungskrieg" sein, der 1999 zwischen dem norwegischen Schibsted-Verlag und den deutschen Zeitungsverlagen DuMont (Kölner Express) und Axel Springer (BILD) entbrannte.
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Damian Gorczany
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Als Schibsted in Köln eine deutsche Ausgabe seiner 20 Minuten auf den Markt brachte, lancierten die deutschen Verleger sofort zwei ebenfalls kostenlose Konkurrenzblätter (Köln Extra, Kölner Morgen). Außerdem überzogen sie Schibsted mit Klagen. Sie argumentierten, kostenlose Tageszeitungen seien wettbewerbswidrig und würden den Bestand der Verkaufszeitungen gefährden.
Schibsted gab irgendwann genervt auf und stellte seine Kölner 20 Minuten wieder ein. Der Testballon war geplatzt. Kurz darauf verschwanden auch Köln Extra und der Kölner Morgen vom Markt. Der Gratis-Angriff war abgewehrt.
Im Jahr 2001 entschied das Oberlandesgericht Köln, dass Gratiszeitungen nicht wettbewerbswidrig sind. 2003 wurde dieses Urteil vom Bundesgerichtshof bestätigt. Eine Verfassungsbeschwerde gegen dieses Urteil wurde allerdings nicht mehr zugelassen, weil sich das Thema angeblich von selbst erledigt hatte.
Und genau hier liegt der Casus Knacktus. Es gibt kein abschließendes Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Das Urteil des Bundesgerichtshofes kann nach wie vor angefochten werden. Und diese Rechtsunsicherheit verbunden mit dem erbitterten Widerstand der deutschen Bezahlzeitungen scheint potenzielle Verleger und Investoren seit zwanzig Jahren abzuschrecken.
Deutschland besitzt als einziges großes Land in Europa keine Gratis-Tageszeitung. Und daran dürfte sich auf absehbare Zeit auch nichts ändern. Die deutschen Verlage haben den Zeitungskrieg gewonnen - obwohl sie ihn - zumindest juristisch - verloren haben.
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